Passivhaus-Standards

Passivhaus-Standards

Passivhausstandards bei städtischen Gebäuden

Nicht allein aufgrund der steigenden Energiepreise, sondern auch wegen des Klimawandels und der Endlichkeit der Ressourcen ist ein verändertes Verhalten bei der Planung und Durchführung öffentlicher Baumaßnahmen geboten. Der Stadt Lemgo und den kommunalen Gesellschaften kommt hierbei eine hohe Vorbildfunktion zu.

Daher hat der Rat der Alten Hansestadt Lemgo am 15.12.2008 mit großer Mehrheit (38 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen) u.a. den nachfolgenden Beschluss gefasst:

Die Verwaltung wird beauftragt, zukünftig aus Gründen des Klimaschutzes und eines optimierten Energieeinsatzes alle neuen Gebäude im Passivhausstandard zu planen und zu bauen sowie bei Gebäudesanierungen Passivhaus-Komponenten einzusetzen und den Passivhaus-Standard anzustreben. Sollte sich im Einzelfall während der Planungsphase herausstellen, dass eine Realisierung des Passivhausstandards nicht sinnvoll ist, ist dieses in den zuständigen Gremien zu begründen.

Weiterhin sollen bei der Projektplanung von Neubaumaßnahmen und den notwendigen Bauunterhaltungsmaßnahmen im Gebäudebestand der Stadt Lemgo, ihren Gesellschaften und Betrieben regenerative Energien wie Photovoltaik, Solarthermie oder Geothermie eingesetzt werden, soweit diese Technik in der Gesamtbetrachtung ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Außerdem soll geprüft werden, ob alternative Bedachungen wie Solarflächendächer realisiert werden können.

 

Verwaltungsneubau der Stadtwerke im Passivhaus-Standard

Auf Grundlage eines Architektenwettbewerbes ist das neue Verwaltungsgebäude 2012 als Passivhaus fertig gestellt worden. Es ersetzt ein abgängiges Gebäude, das in unterschiedlichen Zeitabständen zwischen 1952 und 1990 entstand. In das neue Gebäude wurde auch eine Filiale der örtlichen Sparkasse integriert.   

Der Neubau selbst ist als dreigeschossiger Anbau konzipiert mit einer zentralen Erschließungshalle und direkter Anbindung an das historische Eingangs- und Verwaltungsgebäude.

Das Gebäude ist klar und übersichtlich organisiert und erlaubt kurze Wege. Es beinhaltet ein einfaches Ordnungsprinzip mit außen liegenden Büroräumen und einem innen liegenden Funktionskern. Im Funktionskern sind Aufzug, WC-Anlagen, Teeküche und Funktionsschächte untergebracht. In den beiden Obergeschossen sind zusätzlich Besprechungsräume angeordnet.

Die Gestalt des neuen Verwaltungsgebäudes ist geprägt durch eine eigenständige Architektursprache. Abgerundete Ecken geben dem Gebäude eine weiche und plastische Form. Breite Fensterumrahmungen verleihen dem Neubau seinen eigenständigen Charakter.

Eine wirtschaftliche Stahlbetonkonstruktion aus Stahlbetonstützen und -decken und gemauerten Flurwänden dient als primäres Tragsystem. Die Trennwände zwischen den Büroräumen sind in Trockenbauweise erstellt. 

Bauvolumen und die Flächen des neuen Gebäudes:

  • Brutto-Rauminhalt: 8.948 m³
  • Brutto-Grundfläche: 2.637 m²
  • Netto-Grundflächen:  2.201 m²
  • Nutzflächen: 1.641 m²
  • technische Funktionsflächen: 44 m²
  • Verkehrsflächen: 519 m²

 

Die Grundlage für die Einhaltung der Passivhausanforderungen bilden folgende Komponenten:

  • unverkleidete Betondecken mit Betonkernaktivierung zur Beheizung und zur Kühlung (zonenweise Regulierung)
  • kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • erhöhte Wärmedämmung auf der Dachfläche und unter der Sohle
  • fest verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Dreifachverglasung und schmalen zu öffnenden Fensterelementen
  • außen liegender, beweglicher Sonnenschutz

Zur Kälteversorgung wurden 11 Erdbohrungen mit einer Tiefe von 99 m erstellt. Als Wärmeträger dient überwiegend Fernwärme und in geringem Umfang auch Erdwärme zur zusätzlichen Temperierung der Zuluft.

Im Hinblick auf eine effiziente Beleuchtung werden sämtliche Leuchten über Bewegungsmelder gesteuert. Die Ausleuchtung der Büroarbeitsplätze erfolgt tageslichtabhängig.

Der außen liegende Sonnenschutz wird automatisch über einen auf dem Dach befindlichen Sensor über den Sonnenstand geregelt.

Die kontinuierliche Belüftung erfolgt automatisch und wird für die Besprechungsräume zusätzlich über CO2-Fühler gesteuert. Die Zuluft wird über Bodenauslässe in die Büroräume eingetragen, strömt über die Flure in den Funktionskern und wird dort abgesaugt. Die mittlere Luftwechselrate beträgt 0,4 pro Stunde.

Zur zusätzlichen Reduktion von Treibhausgasen ist auf dem Gebäudedach eine Fotovoltaikanlage mit 27 kWp errichtet worden.  

Der Verwaltungsneubau wurde 2012 als Passivhaus mit folgenden Werten zertifiziert (Grenzwerte in Klammern):

  • Energiekennwert Heizwärme: 10 kWh/(m² a)   (15 kWh/(m² a))
  • Drucktest-Ergebnis: 0,31 1/h        ( 0,6 1/h)
  • Primärenergie-Kennwert: 111 kWh/(m² a)         (120 kWh/(m² a)

Der Primärenergiekennwert beinhaltet dabei die gesamte Primärenergie, die für das Heizen, das Kühlen, den Hilfsstrom, das Entfeuchten, das Warmwasser, das Licht und die elektrischen Geräte benötigt wird.

Adresse

Alte Hansestadt Lemgo
Der Bürgermeister
Stadtplanung
32657 Lemgo

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